Warum das Getting Ready ein entscheidender Teil eurer Hochzeitsfotos ist
Keine gute Geschichte startet mitten im Geschehen. Es gibt immer einen Anfang, einen prolog, der alles vorbereitet, was danach kommt. Und genau dieser Teil ist bei eurer Hochzeit das Getting Ready.
Wenn man eine Hochzeit als Geschichte betrachtet – und genau das ist sie am Ende –, dann beginnt sie nicht erst mit der Trauung. Keine gute Geschichte startet mitten im Geschehen. Es gibt immer einen Anfang, einen Prolog, der alles vorbereitet, was danach kommt. Und genau dieser Teil ist bei eurer Hochzeit das Getting Ready. Auch wenn es auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, gehört es ganz selbstverständlich dazu, wenn man den Tag wirklich vollständig erzählen möchte.
Das Getting Ready hat eine ganz eigene Atmosphäre, die sich kaum in Worte fassen lässt, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Es ist ein ruhiger Moment, aber gleichzeitig liegt eine spürbare Spannung in der Luft, weil ihr wisst, was bevorsteht. Ihr seid noch nicht mitten im Trubel, aber gedanklich schon einen Schritt weiter. Meistens sind nur die engsten Menschen dabei, die euch wirklich nahestehen. Es wird geredet, gelacht, vielleicht auch kurz still geworden. Niemand erwartet etwas von euch, ihr müsst noch nicht „funktionieren“, sondern könnt einfach in diesen Tag hineinwachsen. Genau diese Mischung macht das Getting Ready so besonders – und auch so wertvoll für die Fotos.
Während ich den Rest des Tages sehr zurückhaltend arbeite und hauptsächlich beobachte, ist das Getting Ready der Moment, in dem ich bewusst eingreifen kann – und das auch möchte. Es geht dabei nicht um gestellte Situationen, sondern um kleine, gezielte Entscheidungen, die am Ende einen großen Unterschied machen. Wenn das Licht am Fenster deutlich schöner ist als in einer dunklen Ecke, dann gebe ich eine leise Empfehlung. Wenn ein Moment sich an einem anderen Ort ruhiger entfalten kann, lenke ich sanft in diese Richtung. Das passiert unaufdringlich und ohne Druck, aber genau diese Feinjustierung sorgt dafür, dass die Bilder klar, ruhig und hochwertig wirken. Das ist etwas, das sich später im Tagesverlauf so nicht mehr wiederholen lässt.
Viele denken beim Getting Ready zuerst an Details wie Kleid, Schuhe oder Schmuck. Die gehören natürlich dazu, aber sie sind nicht der Kern. Viel wichtiger sind die kleinen, echten Situationen, die nebenbei entstehen. Ein Blick, ein kurzes Innehalten, ein Gespräch, das vielleicht gar nicht spektakulär wirkt, aber genau das Gefühl dieses Morgens trägt.
Wenn man sich die fertige Reportage anschaut, sind es oft genau diese Bilder, die den Tag vollständig machen. Weil sie nicht nur zeigen, was passiert ist, sondern wie es sich angefühlt hat, bevor alles begonnen hat.
Ich hatte bei meiner eigenen Hochzeit keine fotografische Begleitung beim Getting Ready.
Und das ist etwas, das ich bis heute bereue. Nicht, weil gar keine Bilder existieren, sondern weil genau diese Phase nicht wirklich festgehalten wurde. Diese Stunden sind einfach vergangen, ohne dass sie bewusst dokumentiert wurden. Und das lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern. Wenn euch eure Hochzeitsfotos wirklich wichtig sind, dann betrachtet das Getting Ready nicht als optionalen Zusatz, sondern als festen Bestandteil eures Tages.
Es ist der Anfang eurer Geschichte. Und oft genau der Teil, der im Nachhinein am meisten unterschätzt wird.
Man bereut selten die Fotos, die man gemacht hat.
Aber sehr oft die, die fehlen.


